Welche Steuern zahlt eine Sociedad Limitada (SL) in Spanien?
Wenn man von Steuern für eine Sociedad Limitada in Spanien spricht, betritt man eine völlig andere Steuerwelt als die des autónomo. Die SL ist eine eigene juristische Person: eigener steuerpflichtiger Gewinn, eigener Körperschaftsteuersatz und eigener Erklärungskalender. Das Verständnis dieses Zusammenspiels trennt eine gut geführte SL, die ihre Steuern optimiert, von einer SL, die 30 % vermeidbare Steuern und Verspätungsstrafen anhäuft.
Dieser Artikel beschreibt die vier großen Steuern in der Reihenfolge ihres Auftretens: Körperschaftsteuer (IS), Mehrwertsteuer (IVA), Sozialabgaben für Geschäftsführer und Angestellte und IRPF, die beim Geschäftsführer bei Lohn- oder Dividendenbezug greift. Wir nennen Sätze, Modelos, Fallen und vor allem das Zusammenspiel.
Warum unterscheiden sich SL-Steuern so stark vom Autónomo?
Vor Sätzen und Modelos: warum SL und autónomo nicht in derselben Steuerwelt spielen. Diese Logikdifferenz macht die SL im Alltag komplexer, aber jenseits eines Einkommensniveaus auch attraktiver.
Die SL ist eine eigenständige juristische Person
Der autónomo ist eine natürliche Person: alles, was er fakturiert, fließt in sein persönliches Einkommen und unterliegt der IRPF, dem progressiven Tarif bis 47 %. Keine Mauer zwischen Aktivität und Person, weder steuerlich noch juristisch noch wirtschaftlich.
Die SL ist dagegen notariell gegründete juristische Person, im Registro Mercantil eingetragen, mit eigener Steuer-ID (NIF). Sie macht eigenen Umsatz, zieht eigene Kosten ab, erzielt eigenen Gewinn und zahlt ihre eigene Steuer, die Impuesto sobre Sociedades, zu festem Satz. Gesellschafter und Geschäftsführer bleiben juristisch von der Gesellschaft getrennt, was Steuern und Haftung gleichermaßen verändert.
Warum die Doppelbesteuerung nicht immer eine Falle ist
Viele Unternehmer sehen die SL als Doppelbesteuerung: Geld einmal in der Gesellschaft (IS) und einmal beim Geschäftsführer (IRPF auf Lohn oder Dividende) besteuert. Auf dem Papier stimmt das, in der Praxis ist es selten eine Falle.
Der spanische IS-Satz (23 % für die meisten SLs, 15 % in den ersten Jahren) liegt deutlich unter den oberen IRPF-Stufen (37, 45, 47 %). Bei nennenswerten Gewinnen kostet die Kombination „23 % IS + 19 bis 23 % auf Dividenden" weniger als der direkte Durchgang durch den progressiven IRPF, vor allem wenn der Geschäftsführer den ausgezahlten Anteil moduliert.
Ab welchem Gewinn wird die SL attraktiver?
Die praktische Wechsel-Schwelle liegt bei 50.000 € bis 60.000 € Jahresgewinn. Darunter zerfressen die fixen SL-Kosten (Geschäftsführer-cuota 350 bis 590 €/Monat, teurere gestoría, schwerere Buchhaltung, Cuentas Anuales) den Steuervorteil. Darüber wird die Kombination Festsatz IS und Lohn/Dividenden-Wahl klar gewinnbringend. Mehr Vergleich in Vor- und Nachteile von Autónomo vs SL und Roadmap zur SL-Gründung.
Welche vier Steuern treffen eine SL?
Vor dem Detail das Gesamtbild. Eine SL kennt vier Steuerkategorien, die nicht alle gleichzeitig oder auf gleicher Basis greifen.
Die Körperschaftsteuer, das Herzstück
Die Impuesto sobre Sociedades (IS) ist der Kern der SL-Besteuerung. Sie greift auf den Gewinn nach allen Kosten, zu festem Satz (meist 23 %, 15 % in den ersten beiden Gewinnjahren). Corporate-Pendant zur IRPF, ohne progressiven Tarif, also planbar.
Die IVA, eine Verwaltungs- statt Wirtschaftssteuer
Die spanische USt (IVA) ist für die SL kein Kostenposten: sie wird auf Verkäufen für den Staat eingenommen und auf Käufen abgezogen. Der Saldo geht an die Agencia Tributaria. Die vierteljährliche Verwaltung (modelo 303) verlangt aber Disziplin, und die IVA belastet die Liquidität zwischen Fakturierung und Abführung.
Die Sozialabgaben: Mitarbeiter und Geschäftsführer
Zwei Blöcke. Erstens die Arbeitgeberbeiträge bei Personal, rund 30 bis 35 % zusätzlich zum Bruttolohn, oft die schwerste Steuer. Zweitens die monatliche cuota des Geschäftsführers als autónomo societario, direkt an die TGSS, ab 350 bis 590 €/Monat ohne Tarifa Plana-Zugang.
Die IRPF beim Geld-Auszug
Schließlich greift die IRPF, wenn Geschäftsführer oder Gesellschafter Geld aus der Gesellschaft ziehen. Bei Lohn: progressiver IRPF-Tarif (bis 47 %), die SL behält über das modelo 111 ein. Bei Dividende: spezifischer Kapitaleinkünfte-Tarif (19, 21, 23, 27, 28 %). Die Wahl ist der Hauptoptimierungshebel.
Wie funktioniert die Körperschaftsteuer (IS) in Spanien?
Die IS ist die zentrale Steuer und der erste Fokus der Steuerplanung. Logik einfacher als IRPF, ein einheitlicher Satz auf den Gewinn, aber mit Feinheiten, etwa beim ermäßigten Satz für junge Gesellschaften.
Welche IS-Sätze gelten?
Der Satz hängt vor allem von Alter und Umsatz ab.
| Situation | IS-Satz |
|---|---|
| Neue SL, erstes Gewinnjahr + folgendes | 15 % |
| SL mit Umsatz < 1.000.000 € | 23 % |
| SL mit Umsatz ≥ 1.000.000 € | 25 % |
Die meisten neuen SLs profitieren in den ersten beiden Gewinnjahren vom 15 %-Satz und wechseln dann auf 23 %, solange sie unter einer Million Umsatz bleiben.
Wer profitiert vom 15 %-Satz?
Der 15 %-Satz verdient Aufmerksamkeit, weil er in der Startphase erheblich spart. Er gilt zwei Steuerperioden: das erste Gewinnjahr und das unmittelbar folgende.
Der Vorteil ist neugegründeten SLs vorbehalten, also de novo gegründeten Gesellschaften, nicht aus Umwandlung, Spaltung oder Aktiveinlage entstandenen. Die Behörde prüft im Zweifel, also nutzt nicht „neue SLs" zum „Verjüngen" einer alten Aktivität.
Wie zählt man die „zwei ersten Gewinnjahre"?
Häufigster Irrtum. Der Satz gilt nicht für die ersten beiden Kalenderjahre der SL, sondern für die ersten beiden Jahre mit positivem Steuergewinn.
Beispiel. Eine 2025 gegründete SL erleidet 5.000 € Verlust im ersten Jahr. 2026 erzielt sie 20.000 € Gewinn, 2027 dann 40.000 €. Der Zähler des ermäßigten Satzes startet erst 2026, dem ersten Gewinnjahr. 15 % gelten dann für 2026 und 2027, also 3.000 € IS im ersten Jahr und 6.000 € im zweiten. Ab 2028 gilt wieder 23 %. Über die zwei ermäßigten Jahre Ersparnis: 3.200 € gegenüber Standardsatz, für eine junge Struktur erheblich.
Wie wird der steuerliche Gewinn einer SL berechnet?
Die IS greift auf den steuerlichen Gewinn, nicht auf den Umsatz. Die Berechnung verstehen ist erster Reflex guter Verwaltung: hier liegen sowohl legitime Optimierungen als auch teure Fehler.
Die Grundformel
Die Logik ist simpel auf dem Papier, verlangt aber strenge Buchhaltung:
steuerlicher Gewinn = Umsatz − abziehbare Kosten − AfA − Rückstellungen − Vorjahresverluste
Dieser steuerliche Gewinn dient der IS-Bemessung, nicht der Umsatz oder der bilanzielle Bruttogewinn.
Welche Kosten sind abziehbar?
Wo die SL den autónomo überholt, ist die Breite der abziehbaren Kosten. Eine SL kann praktisch alles abziehen, was der wirtschaftlichen Aktivität dient, ohne die Grauzonen, denen ein autónomo bei Heimbüro oder Privatauto begegnet.
Konkret zählen Bruttolöhne und Arbeitgeberbeiträge, Büromiete und Nebenkosten (Strom, Wasser, Internet), Berufsausstattung über AfA (Computer, Mobiliar, Maschinen), Reise- und Übernachtungskosten, Marketing und Werbung, Notar-, Anwalts- und gestoría-Honorare, Berufsversicherungen, Bankgebühren und Kreditzinsen.
Es geht nicht darum, Kosten zu erfinden, sondern alles legitim Abziehbare sauber zu dokumentieren. Eine gute gestoría identifiziert oft 5.000 bis 10.000 € vergessene Kosten pro Jahr in wachsenden SLs.
Warum der Verlustvortrag ein unterschätzter Vorteil ist
Punkt, den viele junge SLs übersehen: Vorjahresverluste lassen sich unbegrenzt auf künftige Gewinne anrechnen. Eine SL, die in den ersten zwei Jahren 30.000 € verliert, kann diese 30.000 € auf den ersten Gewinn anrechnen und so 6.900 € IS bei Standardsatz sparen.
Steuervorteil, der nur durch Übersehen verloren geht: explizit im modelo 200 ausweisen. Verzicht heißt: dem Staat schenken.
Wann und wie wird die Körperschaftsteuer erklärt?
Den Satz zu kennen reicht nicht: man muss die richtigen Modelos zu den richtigen Daten abgeben. Spanien kombiniert eine Jahreserklärung mit vierteljährlichen Vorauszahlungen, die unaufmerksame SLs erwischen.
Das modelo 200, jährlich im Juli
Die jährliche IS-Erklärung erfolgt über das modelo 200, im Juli für das Vorjahr (SLs nutzen meist das Kalenderjahr, also Juli 2026 für Geschäftsjahr 2025). Hier wird der endgültige Gewinn berechnet, der Satz angewandt und gegen Vorauszahlungen abgeglichen.
Die vierteljährlichen Vorauszahlungen modelo 202
Die Behörde wartet nicht nur die Jahreserklärung ab: sie verlangt auch vierteljährliche Vorauszahlungen über das modelo 202 im April, Oktober und Dezember. Sie werden auf dem geschätzten Gewinn berechnet und auf die endgültige IS angerechnet.
Was passiert bei Verspätung?
Vergessen einer Vorauszahlung löst nicht nur Verzugszinsen aus, sondern kann auch Sonderregime-Optionen blockieren und die Steueraufsicht alarmieren. Plane diese Termine in einem dedizierten Kalender. Eine gestoría externalisiert das meist sofort.
Wie greift die IVA bei einer SL?
Die IVA verlangt der SL die meiste Verwaltungsdisziplin, ohne ihr Ergebnis zu belasten. Andere Logik als die IS: die SL ist nicht wirtschaftlicher Schuldner, sondern Sammler für den Staat.
Warum die IVA für die SL kein Kostenposten ist
Die IVA (spanische USt, Standardsatz 21 %) belastet die SL wirtschaftlich nicht: sie nimmt sie auf Verkäufen für den Staat ein und zieht sie auf Käufen ab. Der Saldo geht an die Agencia Tributaria. Eine vor allem administrative Steuer, die aber zwischen Fakturierung (vorgestreckte IVA) und Abführung Liquidität bindet.
Drei zentrale Modelos: 303, 390, 349
Das modelo 303 ist vierteljährlich (April, Juli, Oktober, Januar) und fasst eingenommene und abzugsfähige IVA des Quartals zusammen. Das modelo 390 ist die Jahresübersicht, Ende Januar fürs Vorjahr. Das modelo 349 betrifft innergemeinschaftliche Operationen: bei Verkauf oder Kauf in anderen EU-Ländern getrennt zu erklären.
IVA-Vorteil der SL gegenüber autónomo
Im Vergleich hat eine SL typisch mehr abzugsfähige IVA (Räume, Ausrüstung, professionelle Dienste, Software-Abos), was den Saldo senkt. Kein direkter Steuervorteil, verbessert aber Liquidität und gleicht administrative Mehrkosten teilweise aus. Welcher Satz für deine Produkte oder Dienstleistungen gilt, klärt welcher IVA gilt 2025.
Was kosten die Sozialabgaben einer SL?
Sozialabgaben sind der bei Gründung am meisten unterschätzte Posten. Sie können die IS bei Personal oder bei hohem Geschäftsführergehalt überschreiten.
Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge
Für Mitarbeiter zahlt die SL als Arbeitgeber rund 30 bis 35 % des Bruttolohns als Arbeitgeberbeitrag (Sozialversicherung, Arbeitslosigkeit, Berufsbildung). Der Mitarbeiter trägt rund 6,35 % vom Brutto. Hinzu kommt die monatliche IRPF-Quellensteuer über modelo 111 und Jahresübersicht modelo 190.
Mehr zum System in wie funktioniert die spanische Sozialversicherung für Selbstständige und Unternehmen.
Die Geschäftsführer-cuota: warum teurer als klassischer autónomo
Der Geschäftsführer (administrador) der SL muss sich als autónomo societario anmelden und seine cuota direkt an die TGSS zahlen. Sie startet zwischen 350 und 590 €/Monat je tramo, also 4.200 bis 7.080 € pro Jahr im SL-Budget.
Warum die Tarifa Plana nicht für Geschäftsführer gilt
Schlechte Nachricht für neue Geschäftsführer: anders als klassische autónomos mit der Tarifa Plana zu 80 €/Monat im ersten Jahr haben SL-Geschäftsführer kein Anrecht. Der Gesetzgeber hält den juristischen Vorteil der juristischen Person und die Steueroptimierung über Dividenden für ausreichend. Fixposten ab dem ersten Monat.
Lohn oder Dividende: wie zahlt sich der Geschäftsführer aus?
Die meistgestellte Frage neuer SL-Geschäftsführer, ohne universelle Antwort. Die richtige Wahl hängt von Gewinnhöhe, persönlicher Lage und Liquiditätsbedarf ab.
Lohn-Option (nómina): einfach und abzugsfähig
Die Lohn-Option zahlt einen monatlichen Lohn wie für jeden Arbeitnehmer. Auf SL-Seite ist der Lohn abziehbarer Kostenposten, der den IS-pflichtigen Gewinn senkt. Auf Geschäftsführerseite wird der Lohn nach progressivem IRPF (bis 47 %) besteuert, die SL behält über das modelo 111 ein.
Einfachste Option, mit dem Vorteil regelmäßiger persönlicher Liquidität. Beruhigend für Geschäftsführer, die Pro und Privat klar trennen wollen.
Dividenden-Option: Doppelbesteuerung mit milderem Tarif
Die Dividenden-Option funktioniert anders: der Gewinn wird zuerst durch die IS mit 23 % besteuert (oder 15 % im ermäßigten Regime), dann kann der Rest als Dividende ausgeschüttet werden. Die Dividende fällt unter den spezifischen IRPF-Tarif für Kapitaleinkünfte, deutlich milder: 19 % bis 6.000 €, 21 % zwischen 6.001 und 50.000 €, 23 % zwischen 50.001 und 200.000 €, 27 % zwischen 200.001 und 300.000 €, 28 % darüber.
Gesamtkosten als Doppelbesteuerung (IS + IRPF), aber die kombinierte Rate liegt oft unter dem IRPF-Spitzensatz eines vergleichbaren autónomo.
Kombiniertes Beispiel auf 100.000 € Gewinn
Eine SL erzielt 100.000 € Gewinn. Der Geschäftsführer wählt 40.000 € als Lohn und 30.000 € als Dividende.
Der Lohn 40.000 € ist auf SL-Seite abziehbar, IS-Basis 60.000 €, also IS 13.800 € (23 %). Die Dividende 30.000 € wird im IRPF des Geschäftsführers zu rund 20 % besteuert, also 6.000 €. Schließlich IRPF des Geschäftsführers auf 40.000 € Lohn rund 9.500 €. Kombinierter Gesamtwert: 29.300 €, also 29,3 % effektiv auf 100.000 € Gewinn.
Zum Vergleich: ein autónomo bei demselben Gewinn zahlte rund 33.000 € IRPF, also 33 % effektiv. Über 100.000 € Gewinn vergrößert sich der Vorsprung der SL; unter 30.000 € bleibt der autónomo wegen der SL-Fixkosten meist günstiger.
Welche weiteren Verwaltungs-Pflichten hat eine SL?
Über reine Steuern hinaus unterliegt eine SL Pflichten, deren Versäumnis hohe Strafen erzeugt. Erste Prüfpunkte bei Kontrollen.
Hinterlegung der Cuentas Anuales beim Registro Mercantil
Die Hinterlegung der Cuentas Anuales beim Registro Mercantil ist jährlich Pflicht, meist im Juli. Verspätung oder Auslassung erzeugt Strafen von 1.200 € bis 60.000 € je Größe und Registersperre, die jeden offiziellen Akt blockiert (Geschäftsführerwechsel, Kapitalerhöhung, Anteilsübertragung). Nichts, was du aufschieben solltest.
Der IAE und die Millionen-Schwelle
Die Impuesto sobre Actividades Económicas (IAE) greift bei Umsatz über 1.000.000 €. Darunter ist die SL befreit, muss sich aber für die Aktivitätscodierung im IAE eintragen. Reine Erklärung unter Schwelle, aber Versäumnis erzeugt Verwaltungsstrafen.
Das modelo 232 zu verbundenen Geschäften
Das modelo 232 betrifft Geschäfte zwischen verbundenen Parteien, etwa Darlehen zwischen SL und Geschäftsführer oder Fakturierung an eine Konzerngesellschaft, ab gewisser Höhe. Beliebter Prüfpunkt, weil oft grenzwertige Gestaltungen sichtbar werden.
Was kostet eine SL typisch jährlich insgesamt?
Konkretes Beispiel im dritten Jahr, Geschäftsführer ohne Personal.
Annahmen
Die SL ist im dritten Jahr (also kein 15 %-Satz mehr), 120.000 € Umsatz, 40.000 € abziehbare Kosten ohne Geschäftsführer-Vergütung, der Geschäftsführer bezieht 30.000 € Jahresgehalt. Kein Personal, keine komplexen innergemeinschaftlichen Operationen.
Aufschlüsselung
Steuerpflichtiger Gewinn ergibt sich: 120.000 € − 40.000 € Kosten − 30.000 € Geschäftsführergehalt (selbst abziehbar) = 50.000 € Steuergewinn. IS zu 23 %: 11.500 €.
Hinzu IRPF des Geschäftsführers auf 30.000 € Lohn rund 6.500 € nach Tarif. Cuota administrador 350 € × 12 = 4.200 € pro Jahr. IVA ist kein Nettokostenposten, bindet aber Liquidität. Honorar einer SL-spezialisierten gestoría typisch 200 bis 350 €/Monat, voll abziehbar, also 2.400 bis 4.200 €/Jahr.
Effektive Steuerquote
Direkte Steuern (IS + IRPF + cuota) erreichen 22.200 €, etwa 18,5 % des Umsatzes oder 44 % des steuerlichen Anfangsgewinns vor Geschäftsführer-Vergütung. Nützlicher Benchmark für die Erwartungskalibrierung bei SL-Gründung im Vergleich zu rund 27 bis 30 % effektiv beim autónomo.
Welche Fehler musst du unbedingt vermeiden?
Drei oder vier Fehler tauchen in fast allen Problemfällen auf.
Der Geschäftsführer, der seine cuota vergisst
Teuerster Fehler bei weitem: der Geschäftsführer, der seine cuota als autónomo societario vergisst oder verweigert. Die TGSS holt sich am Ende immer alles, oft mit zwei Jahren Beiträgen + Zinsen + Strafen auf einmal, also 8.000 bis 15.000 € auf einen Schlag. Kein theoretischer Fall, sondern klassisches Schema bei ausländischen Gründern, die meinen, der Geschäftsführerstatus genüge.
Das Missverständnis um die „zwei ersten Jahre"
Beim 15 %-Satz ist die häufigste Verwirrung, ihn auf die ersten zwei Kalenderjahre der SL zu beziehen. Die exakte Regel: erste zwei Gewinnjahre. Detail mit großer Wirkung bei langsam startenden SLs, das im modelo 200 mehrere tausend Euro Steuerersparnis kosten kann.
Verspätete Cuentas Anuales und falsch übertragene Verluste
Verspätete Cuentas Anuales lösen sofortige Strafen und administrative Sperren aus, die alle Notarakte blockieren. Viele Geschäftsführer vergessen auch, Verluste der Vorjahre korrekt zu übertragen und verlieren so einen rechtmäßig erworbenen Steuervorteil. Schließlich wird das modelo 232 häufig vernachlässigt, dabei steht es ganz oben auf der Prüfliste der Steueraufsicht.
Lohnt sich der Schritt zur SL?
Die Steuern für eine Sociedad Limitada in Spanien sind komplexer als beim autónomo, werden aber ab 50.000 € bis 60.000 € Jahresgewinn deutlich attraktiver. Der ermäßigte 15 %-Satz, die breite Abzugsfähigkeit und die Lohn-Dividenden-Wahl bieten echte Optimierungshebel, die der autónomo nicht hat. Mehr Hintergrund zur Anmeldung in Roadmap zur SL-Gründung und zur Wahl in Vor- und Nachteile von Autónomo vs SL.
Die Kehrseite ist administrativ: jährliches modelo 200, vierteljährliches 202, 303 und 390 für IVA, 111 und 190 für Quellensteuer, dazu Cuentas Anuales und Geschäftsführer-cuota. Für viele lohnt sich die Delegation an eine SL-spezialisierte gestoría für 200 bis 350 €/Monat, weil sie Dutzende Stunden und potenziell tausende Euro Strafen spart.
Du planst eine SL oder willst aus dem autónomo-Status migrieren? Eine spanische gestoría kann den Schwellenwert für deinen Fall genau berechnen und den gesamten Jahressteuerzyklus übernehmen.
Offizielle Quellen
- Agencia Tributaria, sede.agenciatributaria.gob.es: alle Modelos (200, 202, 303, 390, 111, 190, 232).
- Ley 27/2014 del Impuesto sobre Sociedades (BOE), boe.es/buscar/act.php?id=BOE-A-2014-12328: Referenztext zur IS, ermäßigter 15 %-Satz, Verlustvortrag.
- Ley 37/1992 del IVA (BOE), boe.es/buscar/act.php?id=BOE-A-1992-28740: Referenztext zur spanischen USt.
- Tesorería General de la Seguridad Social (TGSS), sede.seg-social.gob.es: Arbeitgeber-Alta, Geschäftsführer-cuota, CCC.
- Registro Mercantil Central, rmc.es: Cuentas-Anuales-Hinterlegung.
- Colegio de Registradores, registradores.org: praktische Infos zur Hinterlegung und Publizität.
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